Wie angelt Frau sich den richtigen Mann

Das allerwichtigste bei der Partnersuche: Vergessen Sie das Wort Liebe! Die Liebe wurde von Hollywood erfunden, um Filme zu verkaufen - das denkbar schlechteste Radar, wenn Sie jemanden suchen, der auch in zehn Jahren noch Ihre Schönheitsoperationen bezahlen kann. In 3 Milliarden Jahren evolutionärer Fortpflanzungsgeschichte stand Liebe ganz unten auf der Prioritätenliste. Viel wichtiger waren Dinge wie Jagderfolg, glänzendes Fell, symmetrisches Geweih und andere möglichst beeindruckende sekundäre Geschlechtsmerkmale. Wenn Sie also glauben, in einen Mann aufrichtig verliebt zu sein - Finger weg! Denn das bedeutet fast automatisch, daß er ein sensibler, aufmerksamer, gebildeter Mensch ist, der vom Überlebenskampf keine Ahnung hat. Wenn Sie die Wahl haben zwischen einem sensiblen, aufgeschlossenen Bücherwurm, der jedes Ihrer Worte in sich aufsaugt, und einem, der Ihr Gelaber ignoriert und stattdessen verliebt seine Rolex streichelt - Sie wissen ja jetzt, worauf's ankommt!

Vergeuden Sie deshalb auch nicht unnütz Zeit mit Gefühlsanalysen. Unser Gehirn braucht exakt 0,5 Sekunden, um einen geeigneten Sexualpartner auszuwählen. Bis Ihr limbisches System dem Rest von Ihnen das Ergebnis mitteilt, können Sie den Abend also getrost mit Detailfragen verplempern: Kontostand, Investmentstrategie, bevorzugtes Haarpflegemittel etc. Sollte danach die Kleinhirnampel auf Grün stehen: Ran an den Mann! Vernaschen Sie ihn - aber lassen Sie einen weiteren 0,5 Sekunden dauernden Blick auf die Farbe seiner Kreditkarte entscheiden, ob Sie ihn nochmal anrufen.

Aber wie kriegen Sie raus, ob er will, wenn Sie denn schon wollen sollten? Ganz einfach: Beobachten Sie sein Verhalten, wenn Sie ihm zwischen Tresen und Tanzfläche Ihre Telefonnummer geben. Schreibt er sie auf einen Bierdeckel, den er achtlos in die Gesäßtasche stopft? Trööt! Schade, aber danke fürs Mitspielen. Speichert er sie hingegen direkt in sein Handy: Herzlichen Glückwunsch! Zumindest seine Kleinhirnampel steht auf Grün. Ach, der Typ hat gar kein Handy? Dann schnell zum nächsten, bevor die Guten alle weg sind...

Haben Sie Ihre Telefonnummer unter einer hinreichenden Anzahl potentieller Bewerber verteilt, gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen. Machen Sie sich eine Liste und zählen Sie die Tage, die einer sich Zeit läßt, bis er Sie anruft. Alles unter einer Woche: Wieder Trööt! Er ist entweder verzweifelt oder arbeitslos. In beiden Fällen: Finger weg! Verzweifelte Männer sind schlimmer als gar keiner, und arbeitslose... vergessen Sie nie: In einem Haushalt mit zwei Einkommen hat der Mann einen Nebenjob!

Die ersten sieben Tage vorbei? Okay, schalten Sie den Anrufbeantworter ab und gehen Sie ab jetzt selbst ans Telefon. Aber achten Sie auf seine ersten Worte, wenn er anruft!
"Ich hoffe, Sie wissen noch, wer ich bin..." Sofort auflegen! Evolution ist ein knallhartes Geschäft! Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Verlierern.
"Tut mir leid, daß ich mich erst jetzt melde..." Warten Sie, bis er die Gründe genannt hat! Gute Gründe: Aktiencrash, Geschäftsreise, Porsche kaputt, schnüffelnde Geliebte. Schlechte Gründe: Alles andere!
"Wieso haben Sie sich nicht gemeldet?" Treffer! Wer so von sich eingenommen ist, hat gute Gründe dafür.

Analysieren Sie jetzt seine Vorschläge für das erste Rendezvous. Kommen Worte wie "Kino", "Theater", "nette kleine Szenekneipe" darin vor - nix wie raus! Offenbar vergeudet er seine Zeit mit nutzlosen Dingen wie Kultur oder Freundschaften, anstatt Geld zu verdienen oder ins Fitnessstudio zu gehen. Solange er allerdings die Namen von Restaurants nennt, die Sie noch nie gehört haben, ist alles in bester Ordnung. Das bedeutet, die Läden sind so hip, neu und teuer, daß Sie ohne ihn niemals reingelassen würden.

Beobachten Sie seine Reaktion, wenn Sie eine halbe Stunde zu spät ins Restaurant schweben. Hat er vor Langeweile bereits die Servietten neu gefaltet und die Blumen umarrangiert? Wirkt er nervös und überspannt? Auweia! Der Typ hat tatsächlich auf Sie gewartet! Muß er allerdings erst sein Handy beiseite legen, um Sie zu bemerken, können Sie getrost sitzen bleiben.

Achten Sie darauf, was er bestellt! Vegetarisch? Autsch! Vegetarier sind Idealisten, sowas können Sie nun wirklich nicht gebrauchen. Steak, möglichst blutig? Sehr gut! Sie wollen schließlich einen Tiger, kein Karnickel!

Nächster Punkt: Seine Tischmanieren! Ißt er gesittet, langsam, achtet er darauf, sich nicht zu blamieren? Schade. Wenn er bis jetzt noch nicht sicher ist, ob er Sie ins Bett kriegt, dann schafft er auch nix, wenn er Sie erstmal drin hat. Täuschen Sie besser schnell eine Lebensmittelvergiftung vor und verabreden Sie sich stattdessen mit dem Restaurantbesitzer. Der weiß immerhin, wie man aus Scheiße Geld macht!

Sind Sie erstmal bei ihm zuhause, können Sie sich ruhig total entspannen. Lassen Sie über sich ergehen, was immer nun geschieht und freuen Sie sich auf die Zigarette danach. Ob er wirklich gut im Bett ist oder nicht, spielt nämlich überhaupt keine Rolle mehr. Wenn er Sie trotz dieser Checkliste so weit gekriegt hat, ist er genau der Mann, den Sie getrost heiraten können, ohne sich vor Ihren Freundinnen zu blamieren. Und sollten Sie irgendwann tatsächlich mal guten Sex nötig haben, gibt's ja jetzt den Stallburschen ihres Landhauses. Oder den Chauffeur. Oder den Tennislehrer. Nur nicht weich werden! Schließlich wollen Sie ja einen Mann fürs Leben - lassen Sie nicht zu, daß Ihnen dabei die Romantik in Quere kommt!

Und nun ab auf die Pirsch!